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Über Gott, die Welt und Ponyhöfe

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Feindbild Mensch

11. April 2011 · Keine Kommentare

Ich hatte heute ein halbe Stunde Zeit, während ich auf eine U-Bahn wartete, die eigentlich innerhalb von zehn Minuten kommen sollte. Da kommt man schon mal ins Grübeln, wenn man beobachtet, wie sich der Bahnsteig mehr und mehr mit Menschen füllt. Keine Sorge, das wird keine weitere Abrechnung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr, auch wenn es die BVG heute einmal mehr sehr verdient hätte. Das würde langsam langweilig. Nein, heute folgt eine viel generalisiertere Abrechnung. Eine Abrechnung mit der Krönung der Schöpfung Gottes oder Darwins (je nachdem, mit wem man gerade redet). Ja, das wird eine Abrechnung mit dir, Mensch.

Weißt du, eigentlich bist du ja schon ’ne tolle Sache, Mensch. Für sich allein genommen, kannst du beeindruckende Dinge machen. Du malst grandiose Bilder, du komponierst wunderschöne Musik, du bist in der Lage die kompliziertesten Naturbegebenheiten mit Dingen, die du Zahlen nennst, zu erklären und hin und wieder hilfst du mal einer alten Oma über die Straße. Du bist also nicht nur eine tolle Sache, du machst auch tolle Sachen.

Leider hast du ein großes Problem, Mensch. Irgendwann hast du mal beschlossen, dass du ein Herdentier sein möchtest. Du kannst alleine noch so klug sein, in der Masse verblödest du leider. Sobald du dich in einer Masse bewegst, setzt bei dir alle Intelligenz und alle Empathie – also eigentlich alles, was dich ausmacht – komplett aus. Du kennst nur noch einen einzigen Trieb: den Selbsterhaltungstrieb. Alles andere ist dir egal. Die Menschen um dich herum scheren dich einen Dreck.

Ich bekomme das tagtäglich zu spüren, nämlich im ÖPNV (da ist er ja doch wieder). Du bleibst permanent in der Tür stehen anstatt durchzugehen – DU bist ja drin. Du bleibst direkt vor Treppen stehen – DU musst dich ja orientieren. Du bewegst dich auf Umsteigebahnhöfen, als wärest du gerade auf einem Sonntagsspaziergang – DU hast ja Zeit. Du musst dein Fahrrad in eine überfüllte U-Bahn zwängen – DU hast ja dafür bezahlt. Das gleiche Spiel kann man in Einkaufszentren oder direkt auf der Straße erleben. Das Ergebnis bleibt gleich: In Menschenmassen wirst du, Mensch, so ziemlich das Dümmste, was es gibt auf der Welt.

Hast du dich schon mal gefragt, warum bei Volksabstimmungen so selten das rauskommt, was du gerne hättest, Mensch? Oder warum immer die Falschen gewählt werden? Oder warum in die Charts immer so grässliche Musik kommt? Oder warum Sarrazin ein derart erfolgreicher Buchautor werden konnte? Ich habe mich das vorhin gefragt als ich auf diesem zugigen Bahnhof stand und die Antwort darauf in der überfüllten U-Bahn gefunden. Du bist nicht blöd Mensch, die Menschenmasse ist es. So sieht’s leider aus. Es gab mal einen Menschen, der das ganze „Mainstream“ nannte. Toller Begriff. Niemand möchte so wirklich zum Mainstream gehören, auch du nicht. Denk mal darüber nach, warum das so ist. Tief im Inneren weißt du halt, dass die Masse ein bisschen doof ist. Und genau deshalb habe ich dich gelegentlich zum Feind, Mensch. Nicht, wenn du alleine bist, sondern dann, wenn du mir in der Masse begegnest.

Aber, lieber Mensch, so für dich alleine mag ich dich ja schon. Deshalb will ich dich in deinem Elend nicht alleine lassen. Du wirst es in einer Großstadt wie Berlin nicht vermeiden können, einer Menschenmasse zu begegnen oder gar ein Teil von ihr zu sein. Versuche also wenigstens hin und wieder mal nicht Teil einer Masse zu sein. Mache es so wie ich: Suche dir eine Randgruppe. Ich habe schon vier Randgruppen für mich gefunden. Wenn ich mich ein bisschen anstrenge, finde ich sicher noch ein paar mehr. Wähle doch einfach mal die FDP oder so. Glaub mir, manchmal ist es echt befreiend, einer absoluten Minderheit anzugehören. Denn weißt du was, Mensch. Auch ich bin gelegentlich Teil einer Masse. Und dann bin ich genauso blöd wie du.

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Gedanken zu Silvester

31. Dezember 2010 · Keine Kommentare

Es ist mal wieder so weit: das Ende ist nah. Zumindest das Ende des Jahres – und damit der ziemlich nervigste Tag des Jahres: Silvester. Das fängt schon mal damit an, dass man sich jedes Jahr auf’s Neue fragen muss, wie das denn jetzt genau geschrieben wird. Silvester oder Sylvester oder Sülvester (zumindest sprechen einige es so aus). Doch damit hört es nicht auf. Silvester ist sowas wie ein Konglomerat von schlimmen Dingen.

Das erste schlimme Ding ist der Umstand, dass man an Silvester immer irgendwas mit anderen unternehmen muss. Das führt dann soweit, dass einem am Tag vor Silvester ständig irgendjemand ängstlich fragt: „Hast du zu Silvester schon was vor?“, freilich in der Hoffnung, sich anschließen zu können. Alleine zu Hause zu bleiben, das geht nicht. Dazu braucht man schon eine gute Ausrede. Sonst wird man nur mitleidig mit einem „Das ist so traurig“-Gesicht angeschaut – und zwar das ganze nächste Jahr über. Also nimmt man jede Party, die man kriegen kann oder veranstaltet im Zweifel selbst eine und hofft, dass sich die ein oder andere verzweifelte Seele dort hin verirrt. So ist das eben an Silvester. Allein sein, ist nicht, ob man will oder nicht.

Irgendwann rafft man sich also gen Silvester-Abend auf und geht wohl oder übel vor die Tür. Wenn man Glück hat, ist es nicht allzu kalt. Doch unterwegs begegnet einem schon das nächste schlimme Silvester-Ding. Kleine Kiddies, die einem mit Wonne riesige Böller (am besten die illegalen, die tun so schön weh) zwischen die Beine werfen oder in U-Bahnhöfe, da hallt es doch so schön. Wer auch immer meinte, den Jahreswechsel müsse man möglichst laut einläuten, sollte dazu verdonnert werden, den ganzen Tag und die ganze Nacht in einem U-Bahnhof zu verbringen. Neukölln wäre wohl eine angemessene Wahl. Trotzdem kann man sich auch dem nicht verweigern. Sonst gilt man als Spaßbremse. Wenigstens eine Wunderkerze muss man sich mal anzünden. Wenn’s dann 0.00 Uhr ist, geht’s natürlich raus in die Kälte. Man muss ja schließlich den anderen beim böllern zuhören und dabei zuschauen, wie irgendeiner aus der Gruppe (der sich erstaunlicherweise immer findet) andere Leute aus Versehen mit einer Feuerwerksrakete abschießt. Wer meint, dass das ganze dann endlich vorbei ist, irrt sich leider. Denn geböllert wird natürlich noch in den Tagen darauf – schließlich hat man ja auch schon mindestens eine Woche vor Silvester damit angefangen.

Spätestens am übernächsten Tag bekommt man dann das nächste schlimme Ding im Zusammenhang mit Silvester präsentiert. Über die üblichen Internetportale werden dann die üblichen Schreckensmeldungen verbreitet. Die Deutschen haben wieder Trilliarden von Euros in Silvester-Ballereien investiert. Das Geld hätte man doch so viel besser anlegen können, wird dann immer gleich mitgejammert. Hartz-IV-Empfänger waren da sicher auch darunter, dabei sollen die sich doch lieber um Arbeit kümmern als Geld zu verböllern. Jaja, ganz plötzlich finden sie das alle ganz blöd. Zwei Tage vorher haben sie aber alle lustig mitgeböllert. Solche Bigotterie ist man ja schon gewohnt, an Silvester fällt sie nur nochmal besonders auf. Könnte daran liegen, dass ich Silvester irgendwie anstrengend finde. Und nun wisst ihr auch endlich, warum.

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Ein fliegender Besucher

25. August 2010 · Keine Kommentare

Ein Spatz im Bürgerbüro ist besser als eine Taube auf dem Bundestag. So oder so ähnlich heißt es. Heute musste ich allerdings erfahren, dass ein kleiner Spatz im Bürgerbüro ganz schön aufregend sein kann.

Zunächst habe ich meinen tierischen Besucher gar nicht mitbekommen. Ich war so in meine Arbeit vertieft, dass mir nicht auffiel, wie sich ein kleiner Vogel durch die stets geöffneten Türen (so gehört sich das schließlich!) in das Bürgerbüro verirrte. Erst nach einer kurzen Weile hörte ich merkwürdige Geräusche. Als ich dann doch mal anfing, der Sache auf den Grund gehen zu wollen, stellte sich schnell heraus, wer das verursachte: ein kleiner, niedlicher – übrigens weiblicher – Spatz. Der hielt allerdings nicht gerade viel von mir und konnte offenbar ganz gut darauf verzichten, von mir in irgendeiner Form gerettet zu werden. Zumindest zog er es vor, wild drauf loszufliegen und dabei vor allem die Fenster ins Visier zu nehmen. Als das nichts brachte, ließ er sich irgendwann auf eine unserer kleineren Topfpflanzen nieder. Großartig, dachte ich. Dann kannst du ihn ja mit der Pflanze zusammen raustragen. Das gefiel dem kleinen Spatz jetzt aber auch nicht so wirklich und flog wieder los gegen die nächstbeste Scheibe. Dabei schien er sich etwas weh getan zu haben und landete in einer unserer größeren Topfpflanzen und blieb da sitzen. Als er sich auch nicht regte als ich mich ihm näherte, witterte ich erneut eine Chance und zog die Pflanze Richtung Ausgang. Er blieb sitzen. Als ich dann beim Ausgang ankam, sah ich den Vogel mehr auf der Pflanze sitzen. Da die Pflanze mir die Sicht versperrte, ging ich davon aus, dass der Spatz den gefährlichen Weg in die Freiheit erfolgreich gemeistert hätte.

Doch weit gefehlt. Als ich von einem kurzen Besuch bei einer Vernissage direkt nebenan wieder kam sah ich schon von außen ein kleines grau-braunes Ding permanent gegen die Scheiben flattern. Das war der Moment, an dem mich die Situation begann zu überfordern. Als mich der Vogel sah, hörte er sofort mit der Flatterei auf und versteckte sich unter dem Sofa. Von dort aus beäugte er mich argwöhnisch und irgendwie auch traurig ( im Nachhinein betrachtet, könnte es auch hämisch gewesen sein). Vorschläge via Facebook, eine Krümelspur in Richtung Ausgang zu legen, scheiterten an der Ignoranz dieses kleinen Dinges. Ich wurde immer verzweifelter. Zwischendurch kam mal ein kleiner Junge rein, um mich darauf hinzuweisen, dass da ein kleiner Spatz von innen gegen die Scheiben flog. Ich bedankte mich höflich  für diesen freundlichen Hinweis auf eine offensichtliche Offensichtlichkeit und setzte mich an den Computer, um über die Situation nachzudenken. Würde der kleine Vogel unverletzt hier wieder rauskommen? Würde er überhaupt jemals  wieder hier rauskommen? Würde ich pünktlich Feierabend machen können?

Daraufhin fasste ich einen Entschluss. Ich sprang auf und wollte ein letztes Mal versuchen, den Vogel aus dem Büro rauszutreiben. Zunächst wollte das aber nicht funktionieren, weil der Spatz sich beharrlich weigerte, hinter dem Sofa hervorzukommen. Doch plötzlich, als hätte er meine Gedanken gelesen, begann er zu fliegen und setzte sich prompt auf das Regal direkt neben der Tür. Von hier aus war es nur noch ein kleiner Sprung in die Freiheit. Ich rechnete natürlich fest damit, dass der Vogel jetzt einfach in die entgegengesetzte Richtung losfliegen würde. Doch weitgefehlt. Mit einem fröhlichen Piepser flog er durch die geöffnete Tür – raus in die Freiheit. Er hatte es geschafft. Endlich.

Zurück blieb ein erleichterter Wahlkreismitarbeiter, der sich prompt als ornithologisch bewanderter herausstellte als er selbst von sich dachte. Er ist nämlich in der Lage einen männlichen von einem weiblichen Spatz zu unterscheiden, was viele offenbar nicht können. Männchen haben nämlich einen schwarzen Fleck auf ihrer Kehle und generell ein etwas dunkleres Gefieder als die Weibchen. Jetzt wisst ihr es auch und könnt auf der nächsten Party damit angeben. Und wenn ihr das nächste Mal einen Spatz seht – egal ob männlich oder weiblich: Seid so nett und schickt ihn ins Wahlkreisbüro von Hans-Christian Ströbele und nicht zu mir.

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Rauchzeichen aus dem Sommerloch

6. Juli 2010 · Keine Kommentare

Die Sommerpause hat noch gar nicht richtig begonnen, doch das erste Sommerlochthema steht jetzt schon fest. Der sogenannte “Nichtraucherschutz” ist wieder einmal in aller Munde. Schuld daran ist diesmal ausnahmsweise mal nicht der Berliner Senat, sondern der Freistaat Bayern. Dort haben es ein paar Gesundheitsfanatiker tatsächlich geschafft per Volksentscheid ein striktes Rauchverbot in Kneipen durchzusetzen. Ausnahmen wie Raucherclubs soll es keine mehr geben, nicht mal vor Wind und Wetter geschützte Nebenräume will man den Rauchern mehr gönnen. Wer die Volksgesundheit gefährdet, der soll gefälligst richtig leiden. Nun möchte man als Berliner meinen: Bayern ist ganz schön weit entfernt und Berlin hat ja eh schon ein “Nichtraucherschutzgesetz”. Doch weit gefehlt. Jetzt werden Rufe nach einer bundeseinheitlichen Regelung laut, bezeichnenderweise kommen sie auch noch aus der SPD. Das Rauchen in Kneipen soll gefälligst bundesweit verboten werden. Alles zum Schutz der Nichtraucher.

Als Nichtraucher muss man sich aber so langsam fragen, ob einige aus der Politikerkaste einen für komplett bescheuert und unfähig halten. Ich zumindest fühle mich sehr wohl in der Lage, mich selbst zu schützen. Sollen die Raucher doch in einem Nebenraum rauchen. Ich muss da nicht rein, wenn ich nicht will. Sollen sie sich doch alle in Raucherclubs zuqualmen wie sie lustig sind. Niemand zwingt mich, solche Läden zu betreten.  Aber so sind Gesundheitsfanatiker eben. Denen reicht es nicht aus, auf ihre eigene Gesundheit zu achten, die müssen auch noch auf die Gesundheit der anderen achten. Danke, kann ich dazu nur sagen, nicht nötig. Ich achte schon selbst auf mich und brauche dafür keinen Politiker, keinen Staat und keinen Volksentscheid.

Man kann nur hoffen, dass die deutsche Fußballnationalmannschaft die Fußball-Weltmeisterschaft gewinnt. Vielleicht vergessen dann ja einige vor lauter Siegestrunkenheit diesen Blödsinn. Wenn das nicht klappt, dann bleibt aber wenigstens die Hoffnung, dass auch dieses Sommerlochthema so nachhaltig wirkt wie die der letzten Jahre und sich ganz, ganz schnell in Rauch auflöst.

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Vom Versuch, eine Tür zu kaufen

4. Februar 2010 · 2 Kommentare

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So ein Wahlkreisbüro – was wir jetzt übrigens Bürgerbüro nennen – soll ja schön aussehen. Und praktisch soll es auch sein. Deswegen haben wir der Chefin eine Wand eingezogen, damit sie ein kleines Büro zum Arbeiten hat. Solch eine Wand setzt aber ein entscheidenes Utensil voraus, um tatsächlich sinnvoll zu sein: eine Tür. Also zog ich letzten Freitag zusammen mit Katja los, eine Tür zu kaufen. Dieser Versuch schlug – wie sollte es anders sein -  grandios fehl. Der Baumarkt-Verkäufer verkaufte uns die komplett falsche Tür. Diese war einfach zu groß. Und das obwohl ich alle Maße korrekt an ihn weitergegeben habe. Leider bekamen wir das erst mit, als die Tür in den extra dafür freigehaltenen Platz eingebaut werden sollte.

Also hieß es, eine Tür zu kaufen, die den Maßen entspricht. Mit freundlicher Unterstützung vom hilfbereitesten Menschen dieser Welt, Maik, fuhr ich gestern Abend nochmal los. Das gestaltete sich erneut schwieriger als gedacht. Im ersten Baumarkt erklärte man uns, man hätte zwar die gewünschte Türgröße, allerdings würde es die Zargenbreite, die wir benötigten (Die Zarge ist der Türrahmen), gar nicht geben. Sowas sei nur als Sonderanfertigung erhältlich. Merkwürdigerweise hatten wir im Baumarkt, in dem wir die zu hohe Tür kauften, Zargen mit der von uns benötigten Breite im Programm. Aber egal, die Ansage: “Ham  wa nich’ und kriegen wa auch nich’ mehr rein!” war bei uns angekommen.

Wir machten uns auf den Weg zum nächsten Baumarkt (Zwischendrin fanden wir im Übrigen eine Geldbörse, die Maik unter großen Aufwand an ihre Besitzerin zurückgeben konnte, ohne Finderlohn zu kassieren. Er ist halt der hilfbereiteste Mensch auf dieser Welt). Als wir einen alles anderen als hilfsbereiten Baumarkt-Menschen fanden und ihn unser Anliegen erklärten, schaute uns dieser nur fassungslos an. Türen hätten sie nicht, weil die Halle, in der die Türen verkauft würden, nicht begehbar sei. Dacheis würde dies verhindern. Das war der Moment, in dem ich innerlich mit mir, der Welt und der Tür abgeschlossen hatte. Doch Maik wäre nicht der hilfsbereiteste Mensch der Welt, wenn er mich nicht dazu gezwungen hätte, noch einen dritten Baumarkt anzufahren. Und in der Tat hatten wir dort endlich den gewünschten Erfolg. Das war dann relativ unspektakulär, aber so hätte es ja eigentlich von Anfang sein können. Jetzt liegt im Bürgerbüro – was wir früher Wahlkreisbüro nannten – eine Tür, eine Zarge und Bauschaum (den man irgendwie auch braucht). Und es hat nur zwei Stunden gedauert, um sie zu besorgen. Es hätte ja auch mal einfach gehen können. Aber immerhin: Es geht voran!

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Nie wieder!

14. Dezember 2009 · 2 Kommentare

Nie wieder Hinterrennen nach Scheinen. Nie wieder Campus Mangement. Nie wieder Referatsgruppen. Nie wieder nervige Kommilitionen.  Nie wieder Anmeldefristen. Nie wieder launische Dozenten. Nie wieder Hausarbeiten. Nie wieder Regionale Politikanalyse. Nie wieder Prokastinieren. Nie wieder Auswendiglernen. Nie wieder wissenschaftliche Texte lesen. Nie wieder Referate für andere machen. Nie wieder schlechtes Gewissen. Nie wieder Handouts. Nie wieder Powerpoint. Nie wieder Anmeldelisten. Nie wieder Fremdwörter der Fremdwörter wegen. Nie wieder U3. Nie wieder überfällige Bücher. Nie wieder Lesesaal. Nie wieder U Thielplatz. Nie wieder sich von anderen anhören müssen, wie viel Scheine sie noch brauchen. Nie wieder Module. Nie wieder Anwesenheitslisten. Nie wieder Vorlesungen.

Oder kurz: Nie wieder Uni!

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Nach der Wahl ist nach der Wahl

28. September 2009 · Keine Kommentare

Wahlen sind immer eine furchtbar aufregende Angelegenheit. Das ist deshalb so, weil es immer wieder mal vorkommen kann, dass das Wahlergebnis einen überrascht, im positiven wie im negativen Sinne. Das gestrige Ergebnis der LINKEN bei der Bundestagswahl war zum Glück eine positive Überraschung. Mit 11,9 Prozent konnte DIE LINKE ihr Wahlziel von 10 Prozent + X deutlich überflügeln. Darüber hinaus hat es DIE LINKE geschafft 16 Direktmandate zu erringen, etwas was wohl keiner auch nur im Ansatz für möglich gehalten hatte. Ganz besonders freut es mich für Jan Korte und Stefan Liebich, bei letzterem auch deshalb, weil Wolfgang Thierse für seinen Ich-brauche-keinen-Wahlkampf-zu-machen-die-wählen-mich-auch-so-Wahlkampf ordentlich abgewatscht wurde . Die positivste Überraschung erfuhr ich dann heute morgen gegen 6.30 Uhr. Halina hat es aufgrund unseres hervorragenden Ergebnisses in Berlin tatsächlich geschafft, über die Liste in den Bundestag einzuziehen. Daran hat nun wirklich keiner geglaubt, am Wenigsten sie selbst. Um so mehr freue ich mich für sie. Halina hat es sich diesen Erfolg so richtig verdient, nicht allein deshalb, weil sie in den letzten Wochen einen schier unmenschlichen Einsatz zeigte. Da verschmerzt man sehr leicht, dass Ströbele erneut direkt in Friedrichshain-Kreuzberg/Prenzlauer Berg Ost gewählt wurde. Immerhin hat es für den zweiten Platz noch vor Björn Böhning gereicht. Heute Abend wird das alles auf jeden Fall noch mal richtig gefeiert!

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Piraten steuern weiter nach rechts

17. September 2009 · 1 Kommentar

Gerade einmal drei Tage ist es her, da fiel der Vize-Vorsitzende der Piratenpartei Andreas Popp negativ damit auf,  dass er der Jungen Freiheit ein Interview gab. Es hagelte zurecht heftige Kritik und eine Entschuldigung bzw. Ausflucht, Popp habe die Zeitung nicht gekannt, folgte prompt. Das alles hätte man mit sehr viel Wohlwollen unter einem Missgeschick der Piratenpartei verbuchen können.  Warum der Parteivorsitzende der Piratenpartei Jens Seipenbusch, zwei Tage später einen Fragebogen der Jungen Freiheit ausfüllt, bleibt mir dann aber schleierhaft? In der Zwischenzeit muss es sich doch auch zu ihm rumgesprochen haben, mit wem er sich bei dieser Zeitung einlässt. Oder will er etwa erzählen, er hätte in den letzten Tagen nicht ins Internet geschaut? Vielleicht offenbart sich damit aber doch so langsam, wes Geistes Kind so mancher Pirat ist.

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Piraten zeigen ihr wahres Gesicht

14. September 2009 · 9 Kommentare

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Ich habe ja schon einiges über die Piratenpartei geschrieben. Besonders der Fall Bodo Thiesen beschäftigte nicht nur mein Gemüt. Was wurde von Seiten der Piratenpartei nicht alles darüber geschrieben, dass das nur ein Einzelfall war und die Piraten keine Plattform für Rechtsextreme bieten wolle. Und was lese ich jetzt? Der Parteivize der Piratenpartei Andreas Popp gibt der rechtsextremen Zeitung “Jungen Freiheit” ein Interview. So viel zum Thema Einzelfall. Hier zeigt sich wieder, wes Geistes Kind die Piratenpartei ist und dass sie sich nicht davor scheut, mit Rechtsextremen zusammenzuarbeiten. Interessant ist übrigens auch der Inhalt dieses Interviews.  Dort erklärt Popp, die Piratenpartei seien keinesfalls links sondern eher eine liberale Bürgerrechtspartei wie FDP und Grüne. Das überrascht jetzt nicht wirklich, aber Danke noch mal für die Bestätigung.

Andreas Popp hat sich im Übrigen bereits zu diesem unsäglichen Vorgang geäußert. Er habe nicht gewusst, dass es sich bei der “Jungen Freiheit” um ein “ziemlich rechtslastiges Blatt” handelte. Das habe sich erst im Nachhinein herausgestellt. Also ein bisschen sollte man sich als Vize einer Partei, die in den Bundestag einziehen will, mit der deutschen Medienlandschaft auskennen. Für mich ein ziemlich plumper Versuch der Schadensbegrenzung.

NACHTRAG: Spreeblick hat wie so oft einen ganz ausgezeichneten Kommentar dazu gebracht, der das alles noch mal deutlich auf den Punkt bringt. SEHR lesenswert.

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Schluss. Aus. Aufhören!

14. September 2009 · Keine Kommentare

Ihr könnt das mit dem Wahlkampgf jetzt sein lassen. Bingt nichts mehr. Ich habe nämlich schon gewählt. Gerade eben. Und es ging so schön einfach. Ich musste nur hier die Briefwahl beantragen, eine eidesstattliche Erklärung unterschrieben, zwei Kreuzchen machen, den Wahlschein in den blauen Umschlag, den dann zusammen mit der Erklärung in den rosa Umschlag stecken und den schließlich in den Briefkasten meines Vertrauens werfen . Gar nicht kompliziert und kann ich nur jedem empfehlen, der sonntags so schwer aus dem Bett kommt wie ich. Übrigens fiel mir die Wahl noch nie so leicht wie dieses Mal. Wie soll man auch zweifeln, wenn man die beste Direktkandidatin aller Zeiten wählen kann.

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