
So ein Wahlkreisbüro – was wir jetzt übrigens Bürgerbüro nennen – soll ja schön aussehen. Und praktisch soll es auch sein. Deswegen haben wir der Chefin eine Wand eingezogen, damit sie ein kleines Büro zum Arbeiten hat. Solch eine Wand setzt aber ein entscheidenes Utensil voraus, um tatsächlich sinnvoll zu sein: eine Tür. Also zog ich letzten Freitag zusammen mit Katja los, eine Tür zu kaufen. Dieser Versuch schlug – wie sollte es anders sein - grandios fehl. Der Baumarkt-Verkäufer verkaufte uns die komplett falsche Tür. Diese war einfach zu groß. Und das obwohl ich alle Maße korrekt an ihn weitergegeben habe. Leider bekamen wir das erst mit, als die Tür in den extra dafür freigehaltenen Platz eingebaut werden sollte.
Also hieß es, eine Tür zu kaufen, die den Maßen entspricht. Mit freundlicher Unterstützung vom hilfbereitesten Menschen dieser Welt, Maik, fuhr ich gestern Abend nochmal los. Das gestaltete sich erneut schwieriger als gedacht. Im ersten Baumarkt erklärte man uns, man hätte zwar die gewünschte Türgröße, allerdings würde es die Zargenbreite, die wir benötigten (Die Zarge ist der Türrahmen), gar nicht geben. Sowas sei nur als Sonderanfertigung erhältlich. Merkwürdigerweise hatten wir im Baumarkt, in dem wir die zu hohe Tür kauften, Zargen mit der von uns benötigten Breite im Programm. Aber egal, die Ansage: “Ham wa nich’ und kriegen wa auch nich’ mehr rein!” war bei uns angekommen.
Wir machten uns auf den Weg zum nächsten Baumarkt (Zwischendrin fanden wir im Übrigen eine Geldbörse, die Maik unter großen Aufwand an ihre Besitzerin zurückgeben konnte, ohne Finderlohn zu kassieren. Er ist halt der hilfbereiteste Mensch auf dieser Welt). Als wir einen alles anderen als hilfsbereiten Baumarkt-Menschen fanden und ihn unser Anliegen erklärten, schaute uns dieser nur fassungslos an. Türen hätten sie nicht, weil die Halle, in der die Türen verkauft würden, nicht begehbar sei. Dacheis würde dies verhindern. Das war der Moment, in dem ich innerlich mit mir, der Welt und der Tür abgeschlossen hatte. Doch Maik wäre nicht der hilfsbereiteste Mensch der Welt, wenn er mich nicht dazu gezwungen hätte, noch einen dritten Baumarkt anzufahren. Und in der Tat hatten wir dort endlich den gewünschten Erfolg. Das war dann relativ unspektakulär, aber so hätte es ja eigentlich von Anfang sein können. Jetzt liegt im Bürgerbüro – was wir früher Wahlkreisbüro nannten – eine Tür, eine Zarge und Bauschaum (den man irgendwie auch braucht). Und es hat nur zwei Stunden gedauert, um sie zu besorgen. Es hätte ja auch mal einfach gehen können. Aber immerhin: Es geht voran!
Tags: Arbeit (oder was sich so nennt)
Nie wieder Hinterrennen nach Scheinen. Nie wieder Campus Mangement. Nie wieder Referatsgruppen. Nie wieder nervige Kommilitionen. Nie wieder Anmeldefristen. Nie wieder launische Dozenten. Nie wieder Hausarbeiten. Nie wieder Regionale Politikanalyse. Nie wieder Prokastinieren. Nie wieder Auswendiglernen. Nie wieder wissenschaftliche Texte lesen. Nie wieder Referate für andere machen. Nie wieder schlechtes Gewissen. Nie wieder Handouts. Nie wieder Powerpoint. Nie wieder Anmeldelisten. Nie wieder Fremdwörter der Fremdwörter wegen. Nie wieder U3. Nie wieder überfällige Bücher. Nie wieder Lesesaal. Nie wieder U Thielplatz. Nie wieder sich von anderen anhören müssen, wie viel Scheine sie noch brauchen. Nie wieder Module. Nie wieder Anwesenheitslisten. Nie wieder Vorlesungen.
Oder kurz: Nie wieder Uni!
Tags: Allgemein
Wahlen sind immer eine furchtbar aufregende Angelegenheit. Das ist deshalb so, weil es immer wieder mal vorkommen kann, dass das Wahlergebnis einen überrascht, im positiven wie im negativen Sinne. Das gestrige Ergebnis der LINKEN bei der Bundestagswahl war zum Glück eine positive Überraschung. Mit 11,9 Prozent konnte DIE LINKE ihr Wahlziel von 10 Prozent + X deutlich überflügeln. Darüber hinaus hat es DIE LINKE geschafft 16 Direktmandate zu erringen, etwas was wohl keiner auch nur im Ansatz für möglich gehalten hatte. Ganz besonders freut es mich für Jan Korte und Stefan Liebich, bei letzterem auch deshalb, weil Wolfgang Thierse für seinen Ich-brauche-keinen-Wahlkampf-zu-machen-die-wählen-mich-auch-so-Wahlkampf ordentlich abgewatscht wurde . Die positivste Überraschung erfuhr ich dann heute morgen gegen 6.30 Uhr. Halina hat es aufgrund unseres hervorragenden Ergebnisses in Berlin tatsächlich geschafft, über die Liste in den Bundestag einzuziehen. Daran hat nun wirklich keiner geglaubt, am Wenigsten sie selbst. Um so mehr freue ich mich für sie. Halina hat es sich diesen Erfolg so richtig verdient, nicht allein deshalb, weil sie in den letzten Wochen einen schier unmenschlichen Einsatz zeigte. Da verschmerzt man sehr leicht, dass Ströbele erneut direkt in Friedrichshain-Kreuzberg/Prenzlauer Berg Ost gewählt wurde. Immerhin hat es für den zweiten Platz noch vor Björn Böhning gereicht. Heute Abend wird das alles auf jeden Fall noch mal richtig gefeiert!
Tags: Politik
Gerade einmal drei Tage ist es her, da fiel der Vize-Vorsitzende der Piratenpartei Andreas Popp negativ damit auf, dass er der Jungen Freiheit ein Interview gab. Es hagelte zurecht heftige Kritik und eine Entschuldigung bzw. Ausflucht, Popp habe die Zeitung nicht gekannt, folgte prompt. Das alles hätte man mit sehr viel Wohlwollen unter einem Missgeschick der Piratenpartei verbuchen können. Warum der Parteivorsitzende der Piratenpartei Jens Seipenbusch, zwei Tage später einen Fragebogen der Jungen Freiheit ausfüllt, bleibt mir dann aber schleierhaft? In der Zwischenzeit muss es sich doch auch zu ihm rumgesprochen haben, mit wem er sich bei dieser Zeitung einlässt. Oder will er etwa erzählen, er hätte in den letzten Tagen nicht ins Internet geschaut? Vielleicht offenbart sich damit aber doch so langsam, wes Geistes Kind so mancher Pirat ist.
Tags: Politik

Ich habe ja schon einiges über die Piratenpartei geschrieben. Besonders der Fall Bodo Thiesen beschäftigte nicht nur mein Gemüt. Was wurde von Seiten der Piratenpartei nicht alles darüber geschrieben, dass das nur ein Einzelfall war und die Piraten keine Plattform für Rechtsextreme bieten wolle. Und was lese ich jetzt? Der Parteivize der Piratenpartei Andreas Popp gibt der rechtsextremen Zeitung “Jungen Freiheit” ein Interview. So viel zum Thema Einzelfall. Hier zeigt sich wieder, wes Geistes Kind die Piratenpartei ist und dass sie sich nicht davor scheut, mit Rechtsextremen zusammenzuarbeiten. Interessant ist übrigens auch der Inhalt dieses Interviews. Dort erklärt Popp, die Piratenpartei seien keinesfalls links sondern eher eine liberale Bürgerrechtspartei wie FDP und Grüne. Das überrascht jetzt nicht wirklich, aber Danke noch mal für die Bestätigung.
Andreas Popp hat sich im Übrigen bereits zu diesem unsäglichen Vorgang geäußert. Er habe nicht gewusst, dass es sich bei der “Jungen Freiheit” um ein “ziemlich rechtslastiges Blatt” handelte. Das habe sich erst im Nachhinein herausgestellt. Also ein bisschen sollte man sich als Vize einer Partei, die in den Bundestag einziehen will, mit der deutschen Medienlandschaft auskennen. Für mich ein ziemlich plumper Versuch der Schadensbegrenzung.
NACHTRAG: Spreeblick hat wie so oft einen ganz ausgezeichneten Kommentar dazu gebracht, der das alles noch mal deutlich auf den Punkt bringt. SEHR lesenswert.
Tags: Politik
Ihr könnt das mit dem Wahlkampgf jetzt sein lassen. Bingt nichts mehr. Ich habe nämlich schon gewählt. Gerade eben. Und es ging so schön einfach. Ich musste nur hier die Briefwahl beantragen, eine eidesstattliche Erklärung unterschrieben, zwei Kreuzchen machen, den Wahlschein in den blauen Umschlag, den dann zusammen mit der Erklärung in den rosa Umschlag stecken und den schließlich in den Briefkasten meines Vertrauens werfen . Gar nicht kompliziert und kann ich nur jedem empfehlen, der sonntags so schwer aus dem Bett kommt wie ich. Übrigens fiel mir die Wahl noch nie so leicht wie dieses Mal. Wie soll man auch zweifeln, wenn man die beste Direktkandidatin aller Zeiten wählen kann.
Tags: Allgemein
Ich hatte ja schon letzte Woche so meine Probleme mit meiner Uni-Bibliothek. Allerdings waren sie in dem Fall selbst verschuldet. Jetzt scheint sich die Bibliothek zur Aufgabe gemacht zu haben, mich kurz vor Ende meines Studiums noch einmal in den Wahnsinn zu treiben. Beharrlich teilte sie mir mit, ich hätte neun Bücher ausgeliehen. Es wollten sich bei mir zu Hause aber nur sieben Bücher anfinden. Irgendwie waren zwei Bücher verschwunden. Nun muss man dazu wissen – und Leute, die mich gut kennen, wissen das auch: Ich bin nicht gerade der ordentlichste Mensch auf dieser Welt und in Zeiten des Schreibens einer Diplomarbeit hat man irgendwie andere Dinge im Kopf, als die Wohnung aufgeräumt zu halten. Es sei denn, man prokrastiniert, da habe ich aber anderes getan, als meine Wohnung aufzuräumen. Es war also recht chaotisch in meiner Wohnung, so dass es durchaus sein konnte, dass sich irgendwo noch zwei Bücher versteckten. Als ich aber auch bei der dritten Durchsuchung meiner Wohnung (Schäuble wäre ob meiner Gewissenhaftigkeit bei der Fahndung nach den Büchern stolz auf mich gewesen) partout keine weiteren Bücher finden konnte, zweifelte ich langsam an mir selbst. Sollte es tatsächlich möglich sein, dass ich die Bücher irgendwie verschlampt hatte? Dass sie in jenem ominösen schwarzen Loch verschwunden sind, in dem auch Socken so gerne verloren gehen?
Weit gefehlt. Als ich gestern einem Geistesblitz folgend im offenen Magazin meiner Uni-Bibliothek nachschaute, stand da vollkommen unbeeindruckt von meinen Selbstzweifeln eines jener beiden Bücher im Regal, die ich eigentlich noch zu Hause haben sollte. Ich hatte das Buch also längst abgegeben und die doofe Bibliothek einfach nur vergessen, das zu registrieren. Das selbe galt für das zweite Buch. Damit war der durchschaubare Versuch der Uni-Bibliothek, mich in den Wahnsinn zu treiben, kläglich gescheitert. Das nächste Mal, liebe Mitarbeiter der Uni-Bibliothek, macht ihr einen Crash-Kurs im Karl-Liebknecht-Haus und lernt von den Meistern des “In-den-Wansinn-Treibens”.
Tags: Dirk regt sich auf
Wahlkampf bedeutet nicht nur Plakate der Konkurrenz zu verschönern. Wahlkampf bedeutet vor allem, den Wahlkreis zu verschönern, indem man die eigenen Plakate hängt. Darum ging es gestern auch los. Natürlich habe ich brav mitgemacht und unter anderem Plakate der besten Direktkandidatin aller Zeiten gehängt.

Tags: Politik

Bild: Rudolf Schuba/Flickr.com (cc-by)
Es muss raus, Leute! Ja, ich kann manchmal ein richtiger Idiot sein. Voranschieben muss ich, dass ich Bilbiotheken für eine ziemlich anstrengende Angelegenheit halte. Und zwar deshalb, weil man für einen einzigen Vorgang immer zweimal hin muss: einmal um ein Buch abzuholen und ein zweites Mal um ein Buch wieder abzugeben. Wenn die Bibliothek dann auch noch am anderen Ende der Stadt liegt und man zwei Stunden Fahrtweg dafür in Kauf nehmen muss, wird es dreimal so anstrengend.
Es trug sich also zu – gestern, um genauer zu sein – dass ich einen Teil meiner zahlreichen Bücher, die ich für meine Diplomarbeit brauchte, wieder zurück an meine Uni-Bibliothek bringen wollte. Unter den vielen Büchern, die sich noch bei mir zu Hause stapelten, war haargenau eines, das schon überfällig war und deshalb unbedingt zurück musste. Ihr ahnt sicher so langsam was passsiert ist. Richtig: Ich habe gestern eine riesige Anzahl an Büchern, die grob geschätzt ungefähr eine Tonne wogen, zurückgebracht und dabei ausgerechnet das Buch nicht dabei gehabt, das unbedingt zurück musste. Jetzt kassiere ich eine zweite Mahnung und ich darf morgen nochmal zwei Stunden sinnlos durch die Stadt fahren. Schönen Dank auch.
Tags: Dirk regt sich auf
Ihr habt vielleicht schon mitbekommen, dass sich ein paar findige Leute, die Wahlplakate der CDU vorgenommen haben, um damit ein bisschen Schabernack zu betreiben. Ein paar Ergebnisse kann man auf Netzpolitik.org bestaunen. Was man dort nicht sehen kann, ist mein äußerst geistreicher Beitrag. Den gibt es nur exklusiv bei mir! (Boah, das klingt! Sollte ich öfter behaupten…).

Wer dieses Plakat selbst verschönern will, klickt einfach hier.
Tags: Gefunden im WWW · Politik