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Gedanken zu Silvester

Dezember 31st, 2010 · Keine Kommentare

Es ist mal wieder so weit: das Ende ist nah. Zumindest das Ende des Jahres – und damit der ziemlich nervigste Tag des Jahres: Silvester. Das fängt schon mal damit an, dass man sich jedes Jahr auf’s Neue fragen muss, wie das denn jetzt genau geschrieben wird. Silvester oder Sylvester oder Sülvester (zumindest sprechen einige es so aus). Doch damit hört es nicht auf. Silvester ist sowas wie ein Konglomerat von schlimmen Dingen.

Das erste schlimme Ding ist der Umstand, dass man an Silvester immer irgendwas mit anderen unternehmen muss. Das führt dann soweit, dass einem am Tag vor Silvester ständig irgendjemand ängstlich fragt: „Hast du zu Silvester schon was vor?“, freilich in der Hoffnung, sich anschließen zu können. Alleine zu Hause zu bleiben, das geht nicht. Dazu braucht man schon eine gute Ausrede. Sonst wird man nur mitleidig mit einem „Das ist so traurig“-Gesicht angeschaut – und zwar das ganze nächste Jahr über. Also nimmt man jede Party, die man kriegen kann oder veranstaltet im Zweifel selbst eine und hofft, dass sich die ein oder andere verzweifelte Seele dort hin verirrt. So ist das eben an Silvester. Allein sein, ist nicht, ob man will oder nicht.

Irgendwann rafft man sich also gen Silvester-Abend auf und geht wohl oder übel vor die Tür. Wenn man Glück hat, ist es nicht allzu kalt. Doch unterwegs begegnet einem schon das nächste schlimme Silvester-Ding. Kleine Kiddies, die einem mit Wonne riesige Böller (am besten die illegalen, die tun so schön weh) zwischen die Beine werfen oder in U-Bahnhöfe, da hallt es doch so schön. Wer auch immer meinte, den Jahreswechsel müsse man möglichst laut einläuten, sollte dazu verdonnert werden, den ganzen Tag und die ganze Nacht in einem U-Bahnhof zu verbringen. Neukölln wäre wohl eine angemessene Wahl. Trotzdem kann man sich auch dem nicht verweigern. Sonst gilt man als Spaßbremse. Wenigstens eine Wunderkerze muss man sich mal anzünden. Wenn’s dann 0.00 Uhr ist, geht’s natürlich raus in die Kälte. Man muss ja schließlich den anderen beim böllern zuhören und dabei zuschauen, wie irgendeiner aus der Gruppe (der sich erstaunlicherweise immer findet) andere Leute aus Versehen mit einer Feuerwerksrakete abschießt. Wer meint, dass das ganze dann endlich vorbei ist, irrt sich leider. Denn geböllert wird natürlich noch in den Tagen darauf – schließlich hat man ja auch schon mindestens eine Woche vor Silvester damit angefangen.

Spätestens am übernächsten Tag bekommt man dann das nächste schlimme Ding im Zusammenhang mit Silvester präsentiert. Über die üblichen Internetportale werden dann die üblichen Schreckensmeldungen verbreitet. Die Deutschen haben wieder Trilliarden von Euros in Silvester-Ballereien investiert. Das Geld hätte man doch so viel besser anlegen können, wird dann immer gleich mitgejammert. Hartz-IV-Empfänger waren da sicher auch darunter, dabei sollen die sich doch lieber um Arbeit kümmern als Geld zu verböllern. Jaja, ganz plötzlich finden sie das alle ganz blöd. Zwei Tage vorher haben sie aber alle lustig mitgeböllert. Solche Bigotterie ist man ja schon gewohnt, an Silvester fällt sie nur nochmal besonders auf. Könnte daran liegen, dass ich Silvester irgendwie anstrengend finde. Und nun wisst ihr auch endlich, warum.

Tags: Allgemein · Dirk regt sich auf

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