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Über Gott, die Welt und Ponyhöfe

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Der tägliche Kampf ums Überleben

Januar 19th, 2008 · Keine Kommentare

Ich wusste ja gar nicht, in welch ernsthafte Gefahr ich mich Tag für Tag begebe, allein indem ich die Berliner U-Bahn nutze. Zum Glück gibt es noch Franz Josef Wagner, seines Zeichens Briefeschreiber bei der BILD, der mich über meine Lebensmüdigkeit aufklärt. Da er sich offenbar nicht alleine in den Moloch der Berliner U-Bahn traute, schnappte er sich Bundesjustizministerin Zypries, um mit ihr eine Runde Untergrund-ÖPNV zu fahren und schilderte in der BILD seine Erlebnisse, die dramatischer und beängstigender kaum hätten sein können.
Der Mann hat es tatsächlich geschafft, mir die Augen zu öffnen. U-Bahn fahren bedeutet eine Gefahr für Leib und Leben und vor allem für das Seelenheil! Überall lungern sie rum, diese U-Bahn-Fahrer. Die sind einem doch schon von vornerherein sehr suspekt. Fahren einfach so unter der Erde rum, dabei hat die Oberwelt so viel zu bieten: Himmel, Bäume, Abgase. Das müssen alles Satanisten sein oder noch schlimmer: Biertrinker. Und dann sitzen sie alle teilnahmslos da. Keiner redet miteinander oder schaut sich an. Entsetzlich diese Zustände im Berliner Untergrund. Wenn sie sich wenigstens gegenseitig verprügeln würden. Aber diese Ignoranz geht gar nicht. Da laufe ich nachts doch lieber durch einen dunklen Park und lasse mich von irgendeinem Exhibitionisten anquatschen. Lieber das als dieses schreckliche Schweigen! Und am Tag kommen sie alle raus. Dann gleichen die U-Bahn-Fahrer einer Horde von Zombies,die nur daran denken, ihren Anschluss zu bekommen. Wer mir das nicht glaubt, sollte mal versuchen gegen Zehn am Heidelberger Platz in die U3 einzusteigen oder mitten im Berufsverkehr am Alexanderplatz in die U2. Das erfordert wirklichen Todesmut.
Ich werde zwar auch künftig nicht darum herumkommen, die U-Bahn zu nutzen. Aber jetzt bin ich wenigstens auf diesen Dschungel vorbereitet.

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