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Kaufhof verbietet “Killerspiele”

März 18th, 2009 · Keine Kommentare

cs

Bild: aditza121/Flickr.com (cc-by-nc)

Diverse CSU-Granden fordern das Verbot sogenannter “Killerspiele” (damit sind vor allem Spiele gemeint, in dem man virtuell Menschen abschießen muss) in aller Regelmäßigkeit. So richtig durchsetzen konnte man sich damit nie. Nicht nur deshalb, weil noch immer kein wisschenschaftlicher Beleg erbracht werden konnte, dass das Spielen solcher Spiele, dauerhaft zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft führt.

Dem Kaufhof scheint das alles nicht schnell genug zu gehen und beschloss mal fix, Spiele, die ab 18 Jahren freigegeben sind, aus ihrem Sortiment zu nehmen. Natürlich wegen des Amoklaufes in Winnenden. Dass der stattfinden konnte, wird schließlich ausschließlich den ach so schrecklichen “Killerspielen” zur Last gelegt. Dass ein 17jähriger ohne Probleme an eine Waffe und Munition herankommen konnte, wurde zwar irgendwie mal andiskutiert, aber diese Debatte verschwand recht schnell wieder. Man könnte ja Lobbyisten verprellen. So dauerte es nicht lange, schon drehte sich die Debatte wiedereinmal um Ego-Shooter und Co. Auf diesen Zug scheint Galeria Kaufhof jetzt aufspringen zu wollen.

Nun steht es jedem Unternehmen komplett frei, welche Produkte es verkauft oder nicht. Peinlich ist die Aktion trotzdem. Schließlich sind Spiele ab 18 in Deutschland für Erwachsene legal erhältlich. Man stelle sich nur vor, jede Verkaufskette würde es Kaufhof gleichtun. Dann hätte man de facto ein Verbot ohne ein Verbot. Da kann man ja fast froh sein, dass man im Kapitalismus lebt und die Nachfrage das Angebot bestimmt. Erwachsene Menschen werden sich nicht so leicht das Recht nehmen lassen, Pixelmmännchen und -frauchen abschießen zu dürfen. Dann werden solche Spiele halt woanders gekauft.

Übrigens vertreibt Galeria Kaufhof weiterhin Filme ab 18. Alles also nur eine billige PR-Aktion? Scheint so.

Tags: Allgemein

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