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Piraten zeigen ihr wahres Gesicht

September 14th, 2009 · 9 Kommentare

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Ich habe ja schon einiges über die Piratenpartei geschrieben. Besonders der Fall Bodo Thiesen beschäftigte nicht nur mein Gemüt. Was wurde von Seiten der Piratenpartei nicht alles darüber geschrieben, dass das nur ein Einzelfall war und die Piraten keine Plattform für Rechtsextreme bieten wolle. Und was lese ich jetzt? Der Parteivize der Piratenpartei Andreas Popp gibt der rechtsextremen Zeitung “Jungen Freiheit” ein Interview. So viel zum Thema Einzelfall. Hier zeigt sich wieder, wes Geistes Kind die Piratenpartei ist und dass sie sich nicht davor scheut, mit Rechtsextremen zusammenzuarbeiten. Interessant ist übrigens auch der Inhalt dieses Interviews.  Dort erklärt Popp, die Piratenpartei seien keinesfalls links sondern eher eine liberale Bürgerrechtspartei wie FDP und Grüne. Das überrascht jetzt nicht wirklich, aber Danke noch mal für die Bestätigung.

Andreas Popp hat sich im Übrigen bereits zu diesem unsäglichen Vorgang geäußert. Er habe nicht gewusst, dass es sich bei der “Jungen Freiheit” um ein “ziemlich rechtslastiges Blatt” handelte. Das habe sich erst im Nachhinein herausgestellt. Also ein bisschen sollte man sich als Vize einer Partei, die in den Bundestag einziehen will, mit der deutschen Medienlandschaft auskennen. Für mich ein ziemlich plumper Versuch der Schadensbegrenzung.

NACHTRAG: Spreeblick hat wie so oft einen ganz ausgezeichneten Kommentar dazu gebracht, der das alles noch mal deutlich auf den Punkt bringt. SEHR lesenswert.

Tags: Politik

9 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 bada // Sep 15, 2009 at 01:39

    Hach Herrjehhh..

    Sie/Du sollten vielleicht das erschienene Interview mal lesen und nicht nur aus zweiter Hand, Entschuldigung nachplappern.

    Nicht übel nehmen, doch ich greif mal zwei Stellen raus, bei denen es um die “rechte Gesinnung” der Piraten geht.

    Frage: Wenn Sie es ehrlich meinen, müßten Sie konsequenterweise auch für die Freigabe von – nicht strafbewehrten – rechten Seiten sein?
    Popp: Da gilt das gleiche wie bei Kinderpornographie: Löschen statt sperren! Sind strafbare Inhalte auf der Seite, dann müssen diese gelöscht werden. Wenn nicht, dann kann man sie auch nicht einfach sperren, das muß eine Demokratie aushalten. Letztlich kann man auch politisch unliebsame Seiten nicht einfach an der Richterbank vorbei wegzensieren.

    Frage: Mit wem würden Sie denn koalieren?
    Popp: Keinesfalls mit rechten Parteien.

    Frage: Wen meinen Sie genau? Auch die CDU?
    Popp: Nein, das was man so unter rechts versteht, Extremisten wie NPD oder DVU. Der CDU räume ich aus anderen Gründen wenige Chancen ein: Sie ist der Motor der Entwicklung hin zum Überwachungsstaat!

    Und bitte nicht vergessen, das sind alles keine Profipolitiker oder sonst großartig mit der Szene bewanderte Menschen. Es gibt viele Menschen, die da besser bewandert sind und es direkt sagen können, doch ich behaupte Otto normal weiß das nicht.
    Auch ich, an sich politisch nicht uninteressiert aber der rechten Szene komplett unkundig, weil uninteressant für mich, als ich heute über Google News über das Interview stolperte und es las, war mir nicht bewusst, wo ich da war. “Junge Freiheit” sagte mir bis dato nichts, sie gehört bei weitem nicht zur Medienlandschaft, die man kennen muss. Im Gegensatz zu “Junge Welt” und erst dachte ich, dort wäre das Interview. Erst bei dem “Geschrei” plötzlich wurde mir klar, wem ein Interview gegeben wurde.

    Btw. aus wiki, wo A.Popp sich im nachhinein kund tat, interviewt wurden u.a.:
    Egon Bahr (SPD), Ephraim Kishon, Joseph E. Stiglitz, Joachim Kaiser, Ernst Benda (CDU), Hans Apel (SPD), Hans-Georg Gadamer, Vera Lengsfeld (CDU), Ferdinand von Bismarck, Peter Scholl-Latour

    Dies sind gewiss alles Personen oder Parteizugehörige, denen man rechtes Denken utnerstellen kann.

    Focus-Chefredakteur Helmut Markwort der rechtsextreme Tendenz absprach oder Peter Scholl-Latour, Gastautor der JF, gewiss die beiden sind bestimmt Nazis oder zumindest rechtsradikal.

    Ich hab viel geschrieben, viel kopiert, liebe Leute, man kann es auch übertreiben. Wie soll ein normaler Mensch, der nie mit links, rechts zu tun hat, wissen, in welches Nest er sich setzt? Wie, wenn das anscheinend selbst gestandene Persönlichkeiten, die eindeutig nicht rechts zuzuordnen sind, nicht einmal schaffen?

    Mir ist klar, dass ich zumindest auf einer symaptisierenden Seite DER LINKEN gelandet bin und ihr da ganz anders rangeht. Aber bezüglich der Piraten, wird da nicht etwas sehr viel verlangt?

    Klar macht man es nicht, sollte man nicht, wenn man es weiß, Lektion wurde nun gelernt bzgl. JF,

    MfG
    Bada
    (kein Piratenparteimitglied, nur einer, der es etwas übertrieben findet, was veranstaltet wird und diese Partei nun rechts angesiedelt werden soll, Quatsch)

  • 2 Dirk // Sep 15, 2009 at 10:11

    Du hast noch den Neuköllner SPD-Bürgermeister Buschkowsky vergessen aufzuzählen. ;-)

    Mich wundert es nur, dass man nach all den Beschwichtigungsversuchen nach der Sache mit Bodo Thiesen jetzt das Fingerspitzengefühl eines Nashorns besitzt und ausgerechnet der Jungen Freiheit, einer Zeitung die zurecht von jedem halbwegs denkenden Politiker gemieden wird, ein Interview gibt und sich damit erneut in rechtsextremes Fahrwasser begibt. Also entweder hat man überhaupt keine Ahnung, von dem, was hier außerhalb des Internets in Deutschland abgeht oder man macht sowas mit voller Absicht, um sich aus dem rechtsextremen Lager ein paar Wählerstimmen zu fischen. Beides sind für mich sehr gute Gründe, warum ich sehr davon abrate, die Piraten zu wählen.

  • 3 Paul // Sep 15, 2009 at 16:32

    Hä? Vera Lengsfeld ist nicht rechts? Dat kannste ja wohl dem Weihnachtsmann erzählen! Wenn den denn gäbe.

  • 4 Bernd der Bessere // Sep 16, 2009 at 08:09

    Was für Beschwichtigungsversuche? Es waren Taten!

    Bodo wurde seiner Ämter enthoben und es wurde ein Ausschlußverfahren gegen ihn angestrengt. Hätten Sie ihn ersäufen sollen wie es damals die Stasi gemacht hat?

  • 5 Dirk // Sep 16, 2009 at 08:22

    Du solltest Beiträge schon genauer lesen, bevor du anfängst rumzupöbeln. Mit Beschwichtigungsversuchen sind selbstverständlich all die Beiträge gemeint, die meinten, Bodo Thiesen sei nur ein Einzelfall gewesen.

  • 6 Frank // Sep 16, 2009 at 08:30

    Ersäufen? Warum nicht? Wenn es der Einsicht dient…

  • 7 Bernd der Bessere // Sep 16, 2009 at 12:20

    Menschen sind immer Einzelfälle. Politik hat diesen “Einzelfällen” zu dienen.

  • 8 Dirk // Sep 16, 2009 at 13:47

    Diesem Gedankengang kann ich jetzt leider nicht mehr so wirklich folgen. Aber muss ich vermutlich auch nicht.

  • 9 espri7 // Sep 21, 2009 at 07:56

    Vielleicht geniales Kalkül von Herrn Popp sich da von der JF interviewn zu lassen und gerade mit den ahnungslosen Entschuldigungsversuchen für Presse, Aufmerksamkeit und Wählerstimmen zu sorgen. Nicht umsonst hat Steve Ballmer, der CEO des zweitgrössten Unternehmens der Welt, kurz vor Beginn des .com Crashes im nationalen Fernsehen anscheinend ahnungslos kommentiert, “die kleinen .com Firmen sind im Grunde nichts wert”. In den nächsten Jahren wusste sich Microsoft einiger Konkurrenten weniger.

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